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Haftkontaktschaft

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  • was kommt auf den stumpf
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Der Schaft hat die Aufgabe das Stumpfvolumen aufzunehmen und die Stabilisierung und Positionierung in allen Bewegungsrichtungen sicherzustellen. Eine maximale Nutzung der zur Verfügung stehenden Fläche verteilt die anfallende Belastung optimal und vermeidet punktuelle Belastungsspitzen. Gleichzeitig darf die Blutzirkulation nicht gestört werden. Daher sollte auch das Stumpfende, sofern es belastbar ist, in den Kontakt mit der Schaftoberfläche gebracht werden. Dadurch kann sich der Anwender auf seiner Prothese abstützen, ohne die Weichteile im übrigen Schaftbereich einer erhöhten Scherbelastung auszusetzen. Bei Zug auf die Prothese, der bereits durch das Eigengewicht zustande kommen kann, ist zu beobachten, dass bei ungenügendem Endkontakt eine erhöhte Saugwirkung den Rückfluss des Blutes einschränkt und es zu Stauungen an der Stumpfspitze kommen kann.

Der Haftkontaktschaft bettet den Stumpf vollflächig ein. Seine Haftung erhält er über die Anlage an der gesamte Stumpfoberfläche und je nach Schaftkonstruktion über die Verklammerung an prominenten knöchernen Strukturen. Eine Druckdifferenz zwischen dem atmosphärischen Druck und dem theoretisch nicht vorhandenen Raum zwischen Hautoberfläche und Schaftwand lässt sich den Schaft geradezu ansaugen, ohne jedoch die Durchblutung zu beeinträchtigen. Als Materialien bewähren sich flexible Thermoplaste oder Silikone, die einer Weichteilverschiebung folgen können und damit einen kontinuierlichen Kontakt sicherstellen können.

Als Optionen zum Anlegen dieses Schaftsystems kommt der Einsatz eines rasch in die Haut einziehenden Gleitmittels in Frage, das kurzzeitig die Haftreibung zwischen Haut und Schaftmaterial außer Kraft setzt und das Hineingleiten in den Schaft ermöglicht. Besonders bei verschieblichen Weichteilen besteht auch bei Verwendung eines Gleitmittels die Gefahr eines Aufschiebens der Weichteile und eines Weichteilüberhangs am Schafteintritt. Daher kann in diesen Fällen eine textile Anziehhilfe verwendet werden, mit deren Hilfe die Weichteile in den Schaft durch eine Öffnung an Schaftende eingezogen werden, die anschließend durch ein Ventil verschlossen wird.
 

Linerschaft

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Im Falle langer Stümpfe, besonders hoher Weichteilmobilitäten oder Ödemneigung kann eine Schaftversorgung mit Liner sinnvoll sein. Auch mobile Rudimente lassen sich so besser führen ohne beim Hineingleiten in den Schaft wegzuklappen. Liner sind passgenaue Überzüge für den Stumpf, die mit individuell unterschiedlich hohen Kompressionseigenschaften eingesetzt werden können. Individuell handwerklich angefertigte oder - in Ausnahmefällen - konfektionierte Silikon- oder Polyurethanliner nach Maß werden durch Hineinschlüpfen oder Aufrollen auf den Stumpf aufgebracht. Anschließend wird der Stumpf mit Liner in den Prothesenschaft eingeführt und kann zum Beispiel über Rastmechanismen oder Gurtverschlüsse fixiert werden.
Durch eine im Vergleich zu Haftkontaktschäften höhere Kompression kann die Haftung verbessert werden, wodurch sich die Schaftdimensionen und die Notwendigkeit eines gelenkübergreifenden Sicherungsmechanismusses reduzieren können.
 

Rahmenschaft

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Bei komplexen Strukturen, die nicht vollflächig gebettet werden können oder müssen, kann eine Rahmenkonstruktion die erforderlichen Belastungsflächen abbilden, während besonders empfindliche Bereiche oder komplexe Morphologien komplett frei gelassen werden. Besonders Rudimente longitudinaler Fehlbildungen wie einer Phokomelie profitieren von dieser Bauart, wenn die Finger die Bewegungsfreiheit erhalten Schalterelemente zu betätigen. Positiv ist auch dass die von einer besonders hohen Anzahl an Schweißzellen überzogenen Handfläche frei bleiben kann und die Haut durch die Vermeidung eines feuchten Milieus geschont wird. Die Weichteilsituation muss dabei Berücksichtigung finden damit es nicht zu einem Einschneiden des Randverlaufes in die Haut kommt.
Rahmenschäfte können weiterhin bei Schulterprothesen oder bei Winkelosteotomien dezidierte Belastungsflächen vorsehen, während gleichzeitig weitreichende Freiflächen ermöglicht werden.
 

Offen-End-Schaft

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Der Offen-End-Schaft steht im Gegensatz zu den Anforderungen eines Haftkontaktschaftes. Dennoch gibt es Situationen, die eine solche Konstruktion rechtfertigen. Bei nicht belastbaren Endstrukturen stellt eine offene Bauweise im Zweifelsfall die grundsätzliche Versorgbarkeit sicher. Da ein Schaft die Hautoberfläche nicht zuletzt auch von sensiblen Eindrücken abschirmt, kann ein Offen-End-Schaft unter Umständen einen taktilen Bereich frei lassen. Dies kann bei Dysmelien mit sensiblen oder gar funktionellen Rudimenten eine wertvolle Ergänzung der Prothesenfunktion darstellen.
 
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