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Erläuterung


Medien schüren hohe Erwartungen bei Betroffenen. Häufig werden Patienten und Anwender vorstellig, die genau dieses Produkt wünschen. Ein mündiger Anwender, der seine konkrete Vorstellung besonders im Zusammenhang mit der Kostendiskussion verteidigen kann ist jedem Techniker hoch willkommen.

Wichtig ist aber auch zu beachten, dass häufig nicht alle Aspekte eines Bauteils beschrieben werden und selten ein objektiver Vergleich zu Konkurrenzprodukten gezogen wird. Es ist daher ratsam jedes Werbeversprechen nicht zu wörtlich zu nehmen, seine eigenen Anwendungsschwerpunkte klar zu definieren und Optionen, sowie die jeweiligen Vor- und Nachteile zu erfragen.

Die folgende Liste kann leider nicht vollständig sein, soll aber einige bekannte Marken und Namen darstellen, diese mit ähnlichen gruppieren um auch Alternativen darzustellen, sowie kurze Erläuterungen zur freundlichen Beachtung beinhalten. Aufzählungen sind alphabetisch, die Reihenfolge soll keine Wertung darstellen. Sollte hier etwas fehlen und Beachtung finden, bitte ich um Nachricht.
 

Hersteller und Lieferanten


Weltweit, aber ganz besonders in Deutschland, kommt man beim Thema Orthopädietechnik und Armprothetik an einem Namen nicht vorbei. Otto Bock gilt als einer der weltweit führenden Hersteller der Branche.

Aber es gibt auch andere Hersteller und Lieferanten die gute und bedarfsgerechte Produkte bereitstellen.

Hosmer, LTI, Motion Control, Regal, RSL Steeper, Touch Bionics.
 

multiartikulierende Hände

  • ilimb
  • michelangelo
  • sensorhand
  • vincent
  • fluid
  • fluidhand
  • bebionic
  • bionische handprothese
  • bionische armprothese

BeBionic, iLimb, Michelangelo und Vincent sind die Namen der Prothesenhände, die in Deutschland bei elektrischen Prothesen mit hohem Funktionsanspruch eingesetzt werden können. Sie alle zeichnen sich dadurch aus, dass sie mehr als eine Bewegungsrichtung und damit unterschiedliche Griffgeometrien ermöglichen.

Jede Prothesenhand hat ihre Vor- und Nachteile, und mit ihrem jeweiligen Schwerpunkt ihre Berechtigung am Markt. Es gibt nicht die beste Prothesenhand, es gibt nur die passendste für den jeweiligen Anwender.
 

Systemhände


Neben der Variplus Speed, der Sensor Speed oder der DMC-Hand aus dem Hause Otto Bock, können auch Varianten der Pro-Hand von Motion Control verwendet werden. Diese haben zudem einige interessante Erweiterungen, welche eine höhere Funktionalität der Prothese auch bei besonderen Stumpfformen ermöglicht, für die Otto Bock keine Lösung bietet.
 

elektrische Bauteile


Besonders bei Akkus stellen Wechselakkus häufig noch immer einen Standard dar. Integrierte Akkus haben jedoch meist eine ausreichende Kapazität und können kosmetisch ansprechend und mechanisch geschützt im Protheseninneren eingebettet werden. Sie gibt es von einigen Herstellern:

LTI, Motion Control, Otto Bock, RSL Steeper, Touch Bionics

Für myoelektrische Elektroden gilt im übrigen die gleiche Liste. Hier gibt es Variationen in der Bauart und Baugröße.
 

Ellenbogen


Neben dem DynamicArm von Otto Bock gibt es weiterhin den Utah-Arm von Motion Control, sowie den Boston-Ellenbogen von LTI. Alle Ellenbogengelenke ermöglichen eine aktive elektrische Beugung und Streckung und erweitern dadurch den Bewegungsradius der Prothese bei reduzierter Notwendigkeit des Eingreifens der Gegenseite.
 

Sonstige Begrifflichkeiten

  • gedankengesteuerte prothese
  • gedankensteuerung
  • 3d prothese
  • kann man eine prothese drucken
  • wie teuer ist eine prothese
  • wie teuer ist eine armprothese
  • armprothese kosten

Gedankengesteuerte Prothese
Die gedankengesteuerte Armprothese existiert nicht. Ein wenig zufriedenstellender Versuch aus USA mit einem implantierten Hirnchip zielte eher auf Lähmungspatienten ab.
Aktuelle elektrische Prothesen werden idealerweise durch EMG-Signale der Stumpfmuskulatur gesteuert, wobei die verwandte Bewegungsrichtung im Sinne einer öffnenden oder schließenden Bewegung auch der Prothesenfunktion zugeordnet wird. Die Steuerung soll dadurch möglichst intuitiv erfolgen.

Implantierte Elektroden
Implantierte Elektroden sind Gegenstand einzelner Forschungprojekte. Sie verbessern zweifellos die Steuerung. Im realen Versorgungsalltag existieren jedoch noch keine Bauteile, die eine solche Steuerung unterstützen oder auswerten können. Amputierte haben zudem möglicherweise genügend chirurgische Eingriffe bereits hinter sich und vermeiden eine zusätzliche operative Belastung, Dysmeliepatienten entbehren einer eindeutigen medizinischen Indikation ein gesundes Körperteil chirurgisch zu eröffnen.

Osseointegration
Bei der Osseointegration werden Verankerungen im Knochen installiert, treten durch die Haut hindurch nach außen und erlauben die kraftschlüssige Montage von Bauteilen ohne die Notwendigkeit einer Weichteileinfassung mit einem Schaft. Nachteil dieser Methode ist die permanente Infektionsgefahr an der Durchgangsstelle.

3D-Druck
Additive Fertigungsverfahren erfahren eine hohe Aufmerksamkeit. Obgleich diese Fertigungstechnik ein hohes Maß an Individualität ermöglicht, stellt sie in Deutschland gegenwärtig keine rechtlich einwandfreie Versorgungslösung dar. Das Medizinproduktegesetz (MPG) und anhängliche Normen fordern zum Schutze des Patienten die Einhaltung von klaren Normen, die unter anderem Regeln, dass eingesetzte Materialien speziellen Kriterien und Richtwerten genügen müssen. Zum aktuellen Zeitpunkt sind derartige Materialien jedoch noch nicht für additive Fertigungsverfahren etabliert - zu jung ist diese Methode. Was zweifellos in Zukunft zum Standardrepertoire gehören wird, kann derzeit bestenfalls als Entwicklungsstadium mit Spaßfaktor betrachtet werden. Daher sind Prothesen aus dem 3D Drucker ungeachtet der hohen Medienpräsenz noch kein Standard geschweige denn normkonform oder abrechnungsfähig.
Ferner ist augenblicklich zu beobachten, dass eine adäquate Stumpfbettung im Großteil erhältlicher Modelle keine Berüchsichtigung findet und der private Gebrauch derartiger Lösungen in dieser Hinsicht mit besonderer Aufmerksamkeit beobachtet werden sollte. Zuletzt ist der Wirkungsgrad der Griffkraft mechanisch bedingt niedrig und aktuell nicht mit herkömmlichen elektromechanischen Systemem vergleichbar.
 
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