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Konzeption

In der Versorgung bietet sich ein interdisziplinäres Planungsteam aus Patient, Arzt, Therapeut und Techniker an, die den Patienten ganzheitlich physiologisch und sozial betrachten. Eine Versorgungsplanung profitiert vom umfangreichen Fachwissen aller Berufsgruppen und muss sich an den Anforderungen und dem Nutzungsprofil des Patienten orientieren.
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Eine erfolgreiche Hilfsmittelversorgung wird durch einen klaren Versorgungsablauf positiv unterstützt. Das deutsche Gesundheitssystem und die gesetzlichen Kostenträger fordern die Feststellung der medizinischen Notwendigkeit einer Hilfsmittelversorgung in Sinne einer medizinischen Fragestellung. Dies dient als Reglementierungs- und Kontrollmechanismus und fordert auch von Ärzten Kenntnis von den technischen Methoden und Möglichkeiten den Anspruch des Patienten realistisch zu erfüllen. Dabei ist es nicht zwingend erforderlich, dass alle Kabelvarianten und Programmierungsoptionen detailliert bekannt sind; Eigenschaften zeitgemäßer Materialien und wesentliche Funktionsmerkmale jedoch sollten in eine konkrete Hilfsmittelverordnung Einzug finden. Zudem sind Mediziner in der Lage physiologische Besonderheiten zu erkennen und zu selektieren, ob einer erfolgreichen Versorgung eventuell eine medizinische Intervention vorausgehen sollte.

Idealerweise findet die Beratung und Konzeption in einem Versorgungsteam aus Patient, Arzt, Therapeuten und Techniker statt, um alle Aspekte der Versorgung und die jeweiligen Kenntnisstände aufeinander abzustimmen und ein realistisches Versorgungsziel unter Berücksichtigung der Patientenanforderungen und aller technischer Möglichkeiten zu beschreiben.
Dazu gehört die Beachtung der individuellen Physiologie, therapeutische Aspekte sowie die umfangreichen Kenntnisse über die Voraussetzungen des Patienten und deren Verwendbarkeit für die technischen Komponenten.

Eine umfassende Anamnese berücksichtigt beispielsweise nicht nur einen Myo-Test zur Bestimmung der Aktionspotentiale zur Steuerung einer myoelektrischen Prothese, sondern auch die Weichteilsituation, Bewegungsdefizite des gesamten Bewegungsapparates, Kraftdefizite, Einschränkungen der Gegenseite, zusätzliche Erkrankungen, Medikamente, typische Tätigkeiten im Alltag der Betroffenen, berufliche Aktivitäten, Berücksichtigung des persönlichen Umfeldes - zum Beispiel Kinderbetreuung - und natürlich die persönlichen Erwartungen an die Versorgung.
Das oberste Ziel der Versorgung muss die Zufriedenheit des Patienten sein und sich nach den gesetzlichen Bestimmungen und fortlaufenden Rechtssprechung richten. Diese fordern eine ausreichende, zweckmäßige und wirtschaftliche Versorgung, die eine Teilhabe am Leben in der Gemeinschaft und einen Ausgleich der Behinderung nach Stand der Technik ermöglicht.
Dies bedeutet nicht immer die technische Maximalversorgung, vielmehr ist die Anforderung des Patienten an sein Hilfsmittel nach besten technischen Möglichkeiten zu erfüllen. Zu den Anforderungen gehören sowohl der funktionelle Gebrauchsvorteil, aber auch die Steuerungsfähigkeit und die individuellen Möglichkeiten das Hilfsmittel selbstständig an- und abzulegen, was mitunter Einschränkungen in Bezug auf das theroetisch denkbare Optimum bedeuten kann.
 

Modellerstellung


Um eine Prothese zu konstruieren benötigt der Techniker eine Form, auf der die Materialien aufgetragen und die Prothese aufgebaut werden kann. Dazu bedient man sich in der Regel nach wie vor eines Gipsabdrucks, bei dem mit Gipsbinden und spezifischen Abgrifftechniken sowohl das Stumpfvolumen, als auch bereits Belastungszonen präzise abgeformt werden. Das Positivmodell erhält eine Zweckform unter Berücksichtigung von Be- und Entlastungszonen, Stumpfmaßen, Bewegungsrichtungen und Weichteilbedingungen. Computerunterstützte Verfahren haben sich aufgrund vergleichsweise geringer Fallzahlen, der hohen Individualität der Stümpfe und der damit verbundenen Schwierigkeit verlässliche statistische Größen auszuarbeiten bislang nicht etablieren können.
 

Testprothese


Auf dem Modell werden die bevorzugten Materialien aufgebracht. Idealerweise handelt es sich dabei um Materialien mit ähnlichen Eigenschaften wie der definitive Schaft in Bezug auf Flexibilität und Haftreibung, wenngleich sich besonders bei Silikonschäften zunächst ein Testschaft aus einem weichen thermoplastischen Material empfiehlt, da hier noch Änderungen zur Passformoptimierung erfolgen können, was bei Silikonschäften nicht der Fall ist. An den Schaft wird ein provisorischer Aufbau angebracht, der in Länge und Stellung angepasst werden kann. Die Testprothese hat nicht den Anspruch ein herausragendes Erscheinungsbild herzustellen, muss aber komplett funktionstüchtig sein und sollte die gleichen Komponenten beinhalten, die auch bei der definitiven Prothese zum Einsatz kommen. Nur so kann der Anwender alle Funktionen ausgiebig auf ihren Gebrauchsvorteil testen und die Schaftparameter auf die Funktion optimiert werden.
 

Prothesentraining


Die Nutzung und Steuerung der Prothese muss eingeübt werden. Dabei erfolgt das Training in mehreren Stufen, von der einfachen Ansteuerung der Greifkomponente, Umschaltvorgängen durch die unterschiedlichen Funktionsebenen bis hin zur Positionierung der Prothese im Raum und dem konkreten Einsatz bei Alltags- und patientenspezifischen Tätigkeiten. Dabei ist ein besonderes Augenmerk nicht nur auf die grundlegenden Funktionen zu legen, sondern auch auf einen möglichst physiologischen Bewegungsablauf des gesamten Bewegungsapparates. Unphysiologische Bewegungsmuster sollen vermieden werden und bei Umstellungen zwischen unterschiedlichen Systemen sollte das Vermeiden von Kompensationsbewegungen geübt werden.
Zum Prothesentraining zählen aber auch das An- und Ablegen der Prothese, gegebenenfalls der Ladevorgang sowie die Pflege und Reinigung der Prothese. Der Einsatzbereich und die Limitierungen der Prothese müssen verdeutlicht werden sowie zu beachtende Anzeichen eines Reparatur- und Wartungsbedarfs. Alle zu beübenden Aspekte müssen mehrfach wiederholt werden um sicherzustellen, dass die Anforderungen umgesetzt werden können.
 

Fertigstellung


Erst nach einer Testphase von mindestens 2 Wochen und auch einem Gebrauch im heimischen Umfeld und der Sicherstellung einer optimalen Passform und Funktion sollte die endgültige Fertigung erfolgen. Dabei sollten Druckproblematiken und elektronische Feineinstellungen nicht ohne weiteres nach fernmündlicher oder schriftlicher Absprache erfolgen, sondern Änderungen immer am Patienten vor der Fertigstellung geprüft werden. Im Rahmen der Fertigstellung müssen alle Erkenntnisse aus der Testversorgung einfließen.
 

Lieferung


Die Lieferung ist mehr als nur die Abgabe des Hilfsmittels. Alle Funktionen, das An- und Ablegen, Hygienehinweise und die Nutzung der Prothese müssen erneut erläutert werden, um sicherzustellen, dass der Nutzer die Versorgung gemäß ihrer Bestimmung umfassend nutzen kann. Es erfolgen Hinweise zu Wartungs- und Kontrollintervallen, sowie Hinweise zur frühzeitigen Erkennung und Meldung von Beschädigungen. Die Nutzbarkeit wird umfassend überprüft und mit den anfangs festgelegten Anforderungen an das Hilfsmittel abgeglichen.
Dabei erfolgt die Lieferung und Abnahme idealerweise im Versorgungsteam aus Patient, Arzt, Therapeut und Techniker, wobei alle Parteien die Zielerreichung überprüfen.
 
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