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myoelektrische Prothesen

Myoelektrische Prothesen werden durch EMG-Signale der Stumpfmuskulatur gesteuert. Sie beinhalten Akkus, Controller und Motoren und können als vielseitiges Werkzeug eingesetzt werden. Die Versorgung kann bereits im jungen Kindesalter erfolgen.
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Myoelektrische Armprothesen stellen den unbestrittenen Stand der Technik im weitestgehenden funktionellen Ausgleich dar. Durch die aktive und willkürliche Ansteuerung durch die verbliebene Stumpfmuskulatur ist es dem Anwender möglich Bewegungsrichtungen im Sinne von Öffnen und Schließen der Greifkomponente, Ein- und Auswärtsdrehung eines Handgelenks und Heben und Senken, sowie das Sperren eines Ellenbogengelenks durchzuführen. Im Idealfall stehen dem Anwender zwei gute Signale zur Steuerung der jeweilis gegensätzlichen Bewegungsrichtungen zur Verfügung. Im Bereich des Unterarmes ermöglichen die streckenden und beugenden Muskelgruppen eine relativ intuitive Ansteuerung. Aktuelle Passteile erlauben es aber auch bei nur einem Muskelsignal oder bei schwachen Signalen die wichtigsten Bewegungen umzusetzen. Gegebenenfalls kann die Steuerung auch durch die Betätigung von Schaltern unterstützt werden.

Myoelektrische Prothesen messen mit Oberflächen-Elektroden ein EMG-Signal der Muskulatur, ein Controller wandelt dieses Signal in ein Steuersignal für die Elektromotoren um, welche die jeweilige mechanische Bewegung umsetzen. Die Energiezufuhr erfolgt über Akkumulatoren, die regelmäßig geladen werden, typischerweise jedoch ausreichend Energie für einen vollen Tag zur Verfügung stellen können.

Gegenwärtig gibt es noch keine kommerziell erhältliche Lösung zur Simultansteuerung unterschiedlicher oder komplexer Bewegungen, die ohne einen aufwändigen chirurgischen Eingriff auskommt. Auch existiert bislang noch kein erhältliches elektrisches Schultergelenk mit einer aktiven Funktion.

Die Versorgung mit myoelektrische Prothesen kann im Durchschnitt ab einem Alter von etwa 4 Jahren erfolgen, in Ausnahmefällen ist auch eine frühere Versorgung möglich, vorausgesetzt die kognitiven Fähigkeiten des Kindes ermöglichen eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem Orthopädietechniker. Im Idealfall kann das Kind den Wunsch nach einer solchen Versorgung selbst formulieren, da die Versorgungsprozedur einiges Durchhaltevermögen erfordert und ein gewisser Ehrgeiz des Kindes von Vorteil sein kann.
Als günstige Startzeitpunkte für derartige Versorgungen haben sich das Jahr vor der Einschulung oder vor dem Wechsel auf die weiterführende Schule bewährt, da der Wechsel der Lebensumstände den Fokus auf ein konsequentes Beüben einer neuen Prothese erschwert und die Ergebnisse darunter leiden. Weiterhin kann eine erfolgreiche Versorgung im Vorfeld der Berufsfindung die Auswahl vergrößern. Es gibt jedoch keinen Hinweis darauf, dass ein später Einstieg in eine myoelektrische Versorgung ein positives Ergebnis erheblich verschlechtern würde, da auch Senioren immer wieder sehr erfolgreich komplexe Steuerungsmethoden umsetzen und das Potential ihrer Prothesen umfassend ausschöpfen können.
 

elektrische Prothesen

Elektrische Prothesen werden mit Schaltern gesteuert und können dadurch Bewegungsrichtung und Kraftdosierung gezielt nutzen.
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Prothesen, die nicht mit EMG-Signalen gesteuert werden (wollen oder können) sind keine myoelektrischen Prothesen, da keine Muskelsignale genutzt werden. Dennoch kann der Anwender die Vorteile der elektrischen Komponenten, wie Kraft, Dosierung und Ausdauer nutzen. Schaltersteuerungen mittels Zug- und Druckschaltern ermöglichen ein hohes Maß an Funktion, wenn etwa keine Muskelsignale zur Verfügung stehen, oder Minimalbewegungen und Rudimente für die Steuerung genutzt werden sollen. Schaltersteuerungen können von großem Vorteil sein, wenn aktiv bewegliche Rudimente die Steuerung erlauben, während durch die typischerweise verwendeten Muskelgruppen zur Signalverwertung Fehlsteuerungen oder Artefakte entstehen würden oder die physiologische Bewegung eingeschränkt würde. Die Steuerung über Schalter kann im Einzelfall intuitiver erfolgen.
 
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